Neuer Job in Corona-Zeiten? Sinnvoll oder sinnlos?

600 Tausend Arbeitslose. 900 Tausend Menschen in Kurzarbeit. Stand Ende April 2020. Wirtschaft heruntergefahren. Tausende EPUs zerstört. Stillstand auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Ausbildungen fraglich. Staatsschulden in ungeahntem Ausmaß.

Und DU bist auf der Suche nach einem neuen Job.

Sinnvoll oder Sinnlos?

Was ist derzeit los …

Wer derzeit in einem Job ist, sollte sich gut überlegen, ob er kündigt. Wer in Kurzarbeit ist, sollte damit rechnen, nach Ablauf der 3 Monate den Laufpass zu erhalten. Wer schon arbeitslos ist, sollte den Mut nicht verlieren. Es geht immer irgendwie weiter. Irgendeine Lösung wird sich finden. Wenn du über 50 und arbeitslos bist, überlege, ob und womit du dich selbstständig machen könntest. Es wäre jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt, abseits von deinen vielen einschlägigen erstklassigen Ausbildungen und Erfahrungen, vielleicht etwas anzustreben, das einfach nur dein Hobby ist. Auch damit lässt sich Geld verdienen. Und nicht mal schlecht.

Derzeit sieht es am Arbeitsmarkt so aus, dass die meisten Rekruting Projekte on hold sind. Firmen erteilen manchmal noch Aufträge an Headhunter, aber Kandidatenpräsentationen finden nicht statt. Headhunter suchen Kandidaten, haben mit den Besten Video Gespräche, kommen aber nicht dazu, sie dem Unternehmen zu präsentieren. Besetzungen sind verschoben. Bis wann, man weiß es nicht.

Bitte Warten, in jeder Hinsicht.

Was wird passieren …

Erst einmal gar nichts. Unternehmen wissen selbst noch nicht, wie es weitergehen wird. Ob überhaupt. Ob es ein Überleben gibt. Wenn ja, in welcher Form. Daher werden jetzt auch kaum Stellen besetzt.
Ausgenommen Pharmabetriebe und IT-Betriebe, die nicht im Umfeld von Auto und Flugverkehr tätig sind. Die erleben gerade die Blüte ihres Daseins und schöpfen mit dem goldenen Löffel.

Auf der andern Seite ist das gerade DIE Gelegenheit, um ungeliebte, zu teuere, zu alte, lästige, aufmüpfige oder unfähige Mitarbeiter elegant los zum werden, ohne sich einer Diskussion stellen zu müssen. Das werden die Unternehmen nutzen. Das ist DEINE Chance. Natürlich wirst du bescheiden sein müssen, denn Corona wird die Gehälter drücken.

Und es werden weniger Neu-Einstellungen statt finden. Die Unternehmen müssen sparen, erschlanken, auch Führungskräfte werden über die Klinge springen müssen, aber die werden nicht nachbesetzt werden. Zumindest nicht in den nächsten Jahren. Aber irgendwelche Mitarbeiter wird es geben müssen. Nur nicht aus dem Maturajahrgang 2020, die werden mangels ernstzunehmender Matura arbeitslos bleiben.

Wie es weiter geht …

Kein Stein bleibt auf dem anderen. Aber irgendwann werden sich die Unternehmen langsam erholen. Und neue Geschäftsfelder erschließen. Und neue Arbeitsmethoden. Arbeit 4.0. Und dafür neue Mitarbeiter brauchen, mit neuen Skills. Corona, die Zweite, die Dritte, wird andauernd über uns schweben, wie das berühmte Damoklesschwert. Oder irgendeine andere Pandemie. Es wird neue Arbeitsformen geben. Zeitflexibilität. Gehaltsflexibilität. Home Office. Arbeit von zu Hause. Das Bürogebäude ist zu teuer in der Erhaltung und als Machtzentrum hat es ausgedient. Keine Anstellungsverträge, nur mehr Werkverträge. Die neuen Mitarbeiter werden außer Fachwissen, gepaart mit IT-Skills, auch noch Spezialskills benötigen. Krisensicherheit. Gute Nerven. Organisationstalent. Selbstmotivation. Visionen. Krisenmanagement. Über-den-Tellerrand-Schauen. Durchhaltevermögen. Klaren Verstand. Lösungsorientiertheit. Schnelle Reaktionszeiten. Effizienz. Eigenverantwortliches Arbeiten. Proaktivität. Selbstständigkeit. Und Flexibilität.

Soziale Skills werden allerdings aussterben …

Und jetzt? …

Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen …. JA! Es macht Sinn, sich gerade jetzt zu bewerben. Fokussiere auf die Situation, und deine persönlichen Stärken, die sich unter diese besondere Situation subsumieren lassen, zeig dich als proaktiver Veränderungsmanager oder als visionärer Potenzialausschöpfer oder als lösungseffizienter Krisenoptimierer! Bring dich schon jetzt in Position, bleib hartnäckig, lass dich nicht unterkriegen. Du wirst unter den Ersten sein, die erfolgreich sind!

Alles Gute für Dich und viel Erfolg!
SLG Deine Guðrún

Ist das Bewerbungsfoto noch zeitgemäß?

Wenn du ein Video schickst, natürlich nicht. Aber ansonsten ist das Foto schon wesentlich. Zumindest in Österreich.

Oft höre ich, „ja, aber“, im Sinne der Vermeidung von Diskriminierung, „ist es wichtig, kein Foto zu schicken, damit der Rekruter nicht erkennen kann, wer sich bewirbt?“ Wie alt, welche Hautfarbe, männlich oder weiblich, stattlich, dürr, blond, rothaarig, hübsch, oder auch nicht, …. was auch immer Menschen für Gründe haben können, andere Menschen von vornherein auszuschließen.

Ehrlich: nein. Ich habe die Erfahrung gemacht, Bewerbungen ohne Foto kommen gleich auf den „nein“-Stoß.

Warum? Vermutlich weil die Optik einen ersten Eindruck vermittelt. Das Gesicht ist und bleibt die Visitenkarte des Kandidaten. Sie sagt etwas aus über den Lebensstil, die Gewohnheiten, die möglichen Charaktereigenschaften und ermöglicht eine erste Einschätzung ob er/sie in das Team passen könnte.

Aber das Foto vermittelt auch einen anderen Eindruck: Es zeigt, wie sich der Kandidat präsentiert. Hast du einen Urlaubsschnappschuß mittels Selfie übersandt, wo du grinsend mit einem Glas Bier in der Hand am Strand rumkugelst, am Foto abgeschnitten von deinen Freunden?

Du lächelst und denkst dir, das kann nicht sein? 😉 Hab ich alles schon gesehen. Ich habe Urlaubsstrandfotos gesehen, halbe Hochzeitsfotos, Badehosenfotos, Partyfotos, Urlaubsfotos mit Sehenswürdigkeiten, Fotos mit extrem tiefen Dekolltees. Selfies im Badezimmer daheim, Selfies auf der Toilette, Selfies beim Essen. Gruppenfotos. Alles ein No-Go.

Mach dir die Mühe und geh zu einem professionellen Fotografen. Es gibt durchaus welche, die Studenten-Tarife oder Ermäßigungen anbieten, dann kommst du mit 40 bis 60 € durch. Der sagt dir, wie deine Haltung sein muss, damit du besonders seriös/ kreativ/ wissbegierig/ innovativ … was auch immer du an dir heraus streichen möchtest, rüber kommst. Das kann im Zweifelsfall den Extra-Punkt für dich bedeuten, wenn es darum geht, die erste Hürde der schriftlichen Bewerbung siegreich zu bewältigen.

Geh vorher zum Friseur. Wenn du schon Fotos hast, sollten die nicht älter als 6 Monate sein. Außer Du hast inzwischen deine Haarfarbe komplett geändert, dann brauchst du nach jeder Haarfarbenänderung neue Fotos. Eine andere Haarfarbe verändert den Typ so sehr, dass man Dich wahrscheinlich nicht wieder erkennt. Selbiges gilt, wenn du gerade 20 Kilo zu- oder abgenommen hast. Auch das ist Typ verändernd.

Für den Foto Termin zieh etwas an, dass du im Job auch anhaben würdest, nur einen Tick besser. Also etwas, was du zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch tragen würdest. Wichtig ist, dass du dich nicht verkleidest, sondern etwas anhast, in dem du dich wohlfühlst, weil das kann man am Foto sehen, und das natürlich zu deinem angestrebten Job passt. Also hast du dich als Treasurymitarbeiterin in einer konservativen Bank beworben, wirst du etwas anderes tragen, als wenn du dich als Programmierer in einer modernen Software Firma beworben hast.

Dress for the job you want not for the job you have.

Zu den Farben deiner Kleidung für das Foto (und das persönliche Gespräch) gilt: Rot ist tabu. Rot steht für Aggression und Sexualität, beides hat im Job nichts verloren. Sonst ist fast alles erlaubt. Wenn du nicht weißt, was man da so anhat, vielleicht kannst du dir ein vergleichbares Unternehmen von innen anschauen, oder deine Freunde fragen, was sie so in ihren Jobs tragen (müssen).

Dein Make-Up sollte dezent sein, aber vorhanden (für Mädels). Ungeschminkt wirkt mitunter schlampig, so als ob du es nicht notwendig hättest, dich optimal zu präsentieren für einen Job. Zu stark geschminkt vermittelt vielleicht den Eindruck von Unseriösität. Für Männer gilt: Wer nicht Bartträger ist sollte frisch rasiert sein.

Deine Frisur muss nicht ballfähig sein sondern alltagstauglich. Farbexperimente sind bestimmt in einer Marketingagentur kein Problem, in einer konservativen Bank mitunter schon.

Selbiges kann unter Umständen auch für Tattoos gelten. Tattoos sind ziemlich salonfähig geworden in den letzten Jahren, allerdings nicht bei jedem Chef. Daher gilt immer noch: in einer konservativen Bank hast du hoffentlich Tattoos, die sich unter Kleidung verbergen lassen, in einer modernen Softwarefirma ist es egal.

Piercings im Gesicht können auch problematisch sein und rufen bei manchen Chefs bestenfalls Mitleid hervor. Das ist natürlich immer eine Gradwanderung zwischen der Anpassungserfordernis an einen Job und dem legitmen Recht und Wunsch auf Selbstverwirklichung. Die Abwägung bleibt bei dir.

Vermutlich bekommst du 2 bis 4 elektronische Fotos mit. Zur Zeit sehr in sind schwarz-weiß Fotos (kannst du mit jeder herkömmlichen Standard Software auf deinem Rechner selber umwandeln) und Gesichter in Großaufnahmen. Aber das ist selbstverständlich Geschmacksache.

Das Foto hat optimalerweise ein Format von ca 5×8 cm und ist maximal ein Portraitfoto. Also entweder nur Gesicht, oder bis zur Brust, auf keinen Fall ein Ganzkörperfoto. Optimalerweise bettest du es in deinen virtuellen Lebenslauf ein, und zwar am Anfang, ob rechts, links oder mittig ist Geschmacksache und auf das Gesamterscheinungsbild deines Lebenslaufes abgestimmt.

Und zuletzt: Das Foto vermittelt einen ersten Eindruck von dir. Ob du blond bist oder dunkelhaarig, hübsch oder nicht, dünn oder stattlich, jung oder weniger jung, hell- oder dunkelhäutig, es ist dem Rekruter im Allgemeinen egal. Aber er/sie sieht, und das ist für alle gleich, ob dir das Gespräch wichtig ist, ob du interessiert bist an dem Job, ob du dir Mühe gemacht hast mit deiner Bewerbung. Ob du zum Job passen könntest, zum Team, zum Unternehmen. Ob du dich in einem gesellschaftsadäquaten Rahmen bewegst. Ob du sympathisch bist. Ob du Lächeln kannst. Ob du vertrauenserweckend aussiehst. Oder kreativ. Oder seriös. Und natürlich vermittelst du auch eine ganze Menge Botschaften, die direkt ins Unterbewusstsein gehen …

Viel Erfolg! SLG Eure Guðrún

Wie gestalte ich meinen Lebenslauf?

Vorweg: am besten: gar nicht.

Bewerber heutzutage übersenden ein Bewerbungsvideo. Also, sie übersenden es nicht, sie laden es hoch. Auf den Firmenserver. Oder noch besser, weil moderner: in die Cloud. Punkt.

Das Bewerbungsvideo zeigt den Bewerber im real life. Passt. Das ist, was uns die Generation Z heute vorgibt. Ist so. Alle, die sich jetzt denken, „Blödsinn, ich schick meinen CV virtuell“, sind wahrscheinlich nicht am Puls der Zeit. Und die Chancen stehen gleich schlechter.

Daher erzähl ich euch heute, wie man sowas macht.

Die modernen Unternehmen, die sowas anbieten, haben auf ihrer Karriereseite einen link, mit dem man ohne extra Werkzeug ein Bewerbungsvideo drehen kann. Direkt vor dem PC.

  1. Wählt einen Ort in eurer Wohnung, der relativ wenig von euch und/oder eurem Privatleben preisgibt. Bedenkt, dass man im Video einen Hintergrund sehen kann, also vermeidet es, euch im Schlafzimmer aufs Bett zu setzen oder im Badezimmer auf den Badewannenrand. Ich weiß, das ist in der Praxis schwierig. Also wenn ihr keine Ecke habt, ohne Bilder, ohne Möbel, ohne Farben, ist es besser, ins Freie zu gehen, in den nächsten Park, mit dem Laptop, und euch unter einen Baum zu stellen.
  2. Die Zeiten, wo man in Anzug und Krawatte posiert, sind vorbei, außer ihr bewerbt euch für eine konservative Bank. Zieht was an, was eurem momentanen Spirit entspricht, eurer Laune, eurem Feeling, aber immer einen Hauch besser. Etwas, was ihr jeden Tag ins office anziehen würdet. Nur halt einen Hauch besser. Und: Dress for the job you want not for the job you have.
  3. Bereitet keine Rede vor. Bestenfalls Schlagworte aus eurem Lebenslauf. Ihr habt maximal 3 Minuten Zeit. Seid spontan, kreativ, natürlich, positiv, gut gelaunt und sympathisch.
  4. Storytelling heißt das Zauberwort. Wenn ihr schon aus reichhaltiger Erfahrung schöpft, wählt eine Station aus eurem Berufsleben aus, von dem ihr denkt, dass das, was ihr dort gemacht habt, Eure Erfahrungen und Verantwortungen und Erfolge, zur ausgeschriebenen Position passen. Habt ihr außer Praktika noch keine Erfahrungen, und den Schul-/Uni-Abschluss ganz frisch in der Tasche, dann erzählt, wie und warum ihr euch auf die ausgeschriebene Position optimal einbringen könntet.
  5. Zu viele „ääähh“s und „also“s? Macht nichts. Keine Panik. Niemand erwartet, dass ihr perfekt seid. Und das jetzt schon gut könnt. Alles eine Frage der Übung. Einfach mal damit anfangen, ihr werdet sehen, ihr kriegt den Dreh raus.

Good Luck! SLG Eure Guðrún

… und haben Sie noch Fragen an uns?

Jeder kennt die Situation. Man ist pünktlich, gut vorbereitet über das Unternehmen, geputzt und gekämmt, und mit einem Bild des Gesprächspartners im Kopf zum Vorstellungsgespräch erschienen, hat sich von der besten Seite präsentiert, eloquent alle Fragen des Rekruters oder des zukünftigen Chefs beantwortet, ist den Stolperfallen meisterhaft ausgewichen und hat hinreißend die Liebe zum Fachgebiet unter Beweis gestellt und keinerlei Zweifel am eigenen Expertendasein aufkommen lassen. Die Stimmung ist locker, die Frage nach Verfügbarkeit und Gehaltsvorstellungen ist abgehakt, das weitere Prozedere im Bewerbungsprozess geklärt, da sagt der Rekruter noch schnell: „Und haben Sie noch Fragen an uns?“

Und plötzlich herrscht eisiges Schweigen.

Man kann ja recht viel lesen über die berühmten alles entscheidenden Fragen an den anvisierten zukünftigen Arbeitgeber.
> Diese Fragen seien entscheidend.
> Diese 3 Fragen müssen unbedingt vorbereitet sein.
> Auf keinen Fall darf man darauf antworten: „Nein, danke, mir ist alles soweit klar.“

Aber was soll man denn da fragen? Was, wenn einem da so schnell nichts einfällt? Man kann ja nicht jeden Rekruter jedes Unternehmens das selbe fragen. Oder doch?

Doch, man kann. Am besten ist, du bereitest 10 Fragen vor, 5 davon werden passend sein, 3 davon stellst du dann. Für mehr Fragen ist sowieso keine Zeit. Antworten zu den Fragen solltest du vorab recherchieren und wirklich gut aus dem Stegreif und an die jeweilige Situation angepasst, herausschießen können. Ausserdem solltest du gut zuhören, damit du nicht etwas fragst, was die beiden ohnehin schon erklärt haben. Das Um-und-Auf für jedes Gespräch ist die Vorbereitung, und die Übung. Wenn du dir deine Vorstellungsgespräche durch Nervosität kaputt machst, könntest du mehr üben. Selbstgespräche eignen sich hervorragend. Sprich mit dir unter der Dusche, im Auto, beim Einschlafen. Erzähle es dem Hund, einem Freund, deinem Freund, deiner Mutti. Ganz egal.

Warum? Fragen zu stellen signalisiert, dass du zuhören kannst, Interesse hast am Job, dem Unternehmen, der Person des Rekruters, der Aufgabe. Es zeigt, dass du vorbereitet bist, dir Gedanken gemacht hast, eigeninitiativ bist und Mut hast. Das bringt im Zweifelsfall den Extra-Punkt.

No-Gos: Persönliche Fragen über die Gesprächspartner, über deren private Angelegenheiten, auch anderer Leute im Unternehmen. Fragen zu den negativen Schlagzeilen über das Unternehmen in der Zeitung. Außerdem wirst du etwas Feingefühl brauchen, aus dem Gespräch wirst du einen Eindruck bekommen haben, wie die beiden ticken, vermeide Fragen, die die beiden kompromittieren könnten. Bitte keine ausgedruckten Fragen ablesen, das wirkt total unprofessionell. Die Frage nach dem Gehalt wird heutzutage bereits im ersten Gespräch geklärt, ich persönlich rate aber davon ab, als Bewerber diese Frage proaktiv zu stellen. Für unpassend halte ich ebenso Fragen im Erstgespräch nach Benefits, Work-Life-Balance, Urlauben, Zeiterfassung, bezahlter Weiterbildung, Firmenautos, Handies zur privaten Nutzung, etc., es kann möglicherweise den Eindruck entstehen lassen, dass der Bewerber mehr an seinen Vorteilen als an einem Leistungs-/ Gegenleistungsverhältnis interessiert ist.

Hier also ein Auszug:

  • Was sind aus Ihrer Sicht die dringlichsten Aufgaben in den ersten 100 Tagen dieser Position?
  • Womit könnte ich Sie unverzüglich entlasten, wenn ich hier nächste Woche anfangen würde?
  • Auf welche persönlichen Eigenschaften des Stelleninhabers legen Sie besonders wert?
  • Wie ist der ideale Kandidat, damit er/sie am besten ins Team passt?
  • Wie unterscheiden sich die guten von den ausgezeichneten Mitarbeitern?
  • Wie werden gute Mitarbeiter gefördert und gefordert?
  • Welche Herausforderung hat Ihr Team derzeit zu bewältigen?
  • Wie gehen Sie mit Mitarbeitern in Konflikten um?
  • Wie beschreiben Sie Ihren Führungsstil?
  • Wie definieren Sie den Erfolg dieser Position, wo liegen die kritischen Faktoren?
  • Auf welche Eigenschaften an einem möglichen Mitarbeiter legen Sie besonders Wert?
  • Wie beschreiben Sie die Unternehmenskultur?
  • Warum ist die Position vakant und wohin hat sich der derzeitige Stelleninhaber hin entwickelt?
  • Wie läuft Ihr Onboarding Prozess ab?
  • Wie ist Ihr Team aufgestellt?
  • Wie ist Ihr Team in die Abteilung (Ihre Abteilung ins Unternehmen) eingebettet?
  • An wen reportet der Stelleninhaber?
  • Wie hoch ist der Frauenanteil in Führungspositionen in Ihrem Unternehmen?
  • Wie ist die prozentuelle Verteilung in Sachen Zeit der einzelnen Aufgabengebiete der Position?
  • Mit wievielen Bewerbern führen Sie Erstgespräche, und wieviele werden Sie in die 2. Runde einladen?
  • Wieviele Bewerbungen haben Sie erhalten?
  • Wie sieht die Kommunikationskultur in Ihrem Unternehmen aus, also das Meeting-Wesen?

Exkurs: Fragen, die du stellen kannst, wenn du dich für eine Führungsposition beworben hast.:

  • Wie groß ist das Team?
  • Erklären Sie mir bitte ein fiktives Organigramm.
  • Gibt es variable Gehaltsbestandteile?
  • Sind die Unternehmensziele den Mitarbeitern bekannt?
  • Plant das Unternehmen in den nächsten 2 Jahren zu wachsen?
  • Gibt es Konflikte im Team?
  • Ist das Team homogen?
  • Gibt es ein Budget für Weiterbildung?
  • Gibt es ein Budget für Prämien, Boni, Gehaltserhöhungen?
  • Gab es im letzen Jahr viele Veränderungen im Team?
  • Bitte beschreiben Sie den Führungsstil meines Vorgängers.
  • Wie beschreiben Sie die Stimmung im Team?
  • Gibt es einen definierten Onboardingprozess?
  • An wen reportet die Position?
  • Wieviele Direct Reports hat die Position?
  • Gibt es einen Stellvertreter? (Wenn ja, warum hat dieser die Position nicht übernommen?)

Viel Erfolg! SLG Eure Guðrún

Auf welche Fragen Sie sich im Vorstellungsgespräch vorbereiten sollten …

Manchmal kommt man an Rekruter, die Fragen stellen, über die man erst mal nachdenken muss. Auch als routinierter Profi. Hier ein Auszug:

1. Small Talk zu Beginn

  • Haben Sie gut hierher gefunden?
  • Kennen Sie schon jemanden aus unserem Unternehmen?
  • Konnten Sie genügend Informationen zu unserem Unternehmen finden?

2. Berufliche Entwicklung

a. Werdegang

  • Bitte schildern Sie kurz Ihren bisherigen Werdegang. / Erzählen Sie uns doch einfach erstmal etwas über sich.
  • Warum haben Sie sich für diesen Beruf / diese Ausbildung entschieden?
  • Was haben Sie während der einzelnen beruflichen Stationen gelernt, von dem Sie noch heute profitieren?
  • Sind Sie irgendwann einmal gescheitert und daran gewachsen? Was ist passiert?
  • Was waren in Ihrem aktuellen / letzten Job Ihre Aufgaben oder Aufgabenschwerpunkte?
  • Wer oder was hatte den größten Einfluss auf Ihre berufliche Entwicklung? Haben Sie Vorbilder im Beruf?
  • Welche Verantwortlichkeiten und Kompetenzen waren mit Ihren Aufgaben verbunden?
  • Würden Sie im Rückblick irgendetwas anders machen?
  • Welche Entwicklungsmöglichkeiten wünschen Sie sich? Haben Sie konkrete berufliche Ziele, die Sie mit uns erreichen wollen?

b. Aktuelle/ letzte Position

  • Worauf freuen Sie sich bei Ihrem anstehenden Jobwechsel am meisten?
  • Welchen Teil Ihrer Tätigkeit beim jetzigen Arbeitgeber würden Sie vermissen?
  • An wen haben Sie zuletzt berichtet?
  • Können Sie uns etwas über Ihr bisher erfolgreichstes Projekt erzählen?
  • Wieviele Direct Reports hatten Sie?
  • Über welches Budget haben Sie verfügt?

3. Fachliche Kompetenzen

  • Wodurch zeichnet sich  Ihr Arbeitsstil aus? Wo liegt hier Ihre Stärke, wo sehen Sie Entwicklungspotenzial?
  • Welche Veränderungen in Ihrem Arbeitsumfeld haben Sie in letzter Zeit initiiert und warum? Wozu haben diese Veränderungen geführt?
  • Welche Aufgaben, die derzeit zu Ihrem Tätigkeitsbereich gehören, motivieren Sie am wenigsten?
  • Welche beruflichen Herausforderungen reizen Sie ganz besonders?
  • Welche KPIs sind für Ihren Bereich wichtig?

a. Problemlösungskompetenz

  • Erzählen Sie uns von Ihrer größten beruflichen Herausforderung
    und wie Sie sie gemeistert haben.
  • Wie gehen Sie mit herausfordernden Aufgabenstellungen um?
  • Wonach entscheiden Sie, ob Sie Probleme eigenständig lösen oder ob Sie weitere Personen in den Prozess einbinden?

b. Informationsverhalten

  • Was sind die Critical Success Factors Ihres Projekts gewesen. Bitte schildern Sie ein Beispiel.
  • Wie erreichen Sie, dass Ihre Kollegen /Mitarbeitenden /Mitstudierenden stets umfassend informiert sind?
  • Wie stellen Sie sicher, dass Sie die für Ihre Arbeit wichtigen Informationen immer rechtzeitig erhalten?
  • In welchen Situationen empfiehlt es sich Ihrer Meinung nach, bestimmte Informationen besser für sich zu behalten?
  • Mit welchen Problemen hatten Sie im Rahmen von Projektaufgaben zu tun und wie haben Sie diese lösen können?
  • Welches sind für Sie die entscheidenden Aspekte, die den Erfolg eines Projekts bestimmen?

c. Berufsspezifisches

  • Erzählen Sie uns von Ihrem größten beruflichen Erfolg.
  • Was würden Ihre Kunden / Ihre Kollegen/ Ihr Chef über Sie sagen, wenn ich einen von ihnen jetzt anrufen würde?
  • Wie ermitteln Sie die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Kunden?

4. Soziale Kompetenzen

a. Teamverhalten

  • Was sind Ihrer Ansicht nach die Vor- und Nachteile einer Matrixorgansiation?
  • Welche Aufgaben bearbeiten Sie am liebsten im Team, welche lieber allein?
  • Welche positiven und welche negativen Erfahrungen haben Sie mit Teamarbeit gemacht?
  • Wie gehen Sie damit um, wenn es in Ihrem Team deutliche Meinungsverschiedenheiten gibt?
  • Wie verhalten Sie sich, wenn Sie mitbekommen, dass es in Ihrem Team verdeckte Konflikte oder Spannungen gibt?

b. Konfliktfähigkeit

  • Gab es schon einmal ernsthafte Konflikte innerhalb Ihres Teams? Was waren die Gründe dafür und wie haben Sie die Situation gemeistert?
  • Was würden Sie tun, wenn Sie merken, dass einer Ihrer Kollegen oder Mitarbeiter sich nicht wohl fühlt? Hatten Sie schon mal einen solchen Fall?

c. Führungsfähigkeit

  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil bezeichnen?
  • Was ist Ihnen als Führungskraft wichtig? Was würden Ihre Mitarbeiter über Sie sagen?
  • Welches Rollenverständnis haben Sie von sich als Führungskraft? Wie definieren Sie sich im Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern?
  • Wie stellen Sie sich den idealen Vorgesetzten vor?
  • In welchen Führungssituationen ist in Ihrer täglichen Arbeit Überzeugungskraft besonders wichtig?
  • Wie gehen Sie mit einem Mitarbeiter um, der absolut nicht bereit ist, mit Ihnen zusammen zu arbeiten?
  • Wie informieren Sie sich über den Leistungsstand und die Arbeitsbelastung Ihrer Mitarbeiter?
  • Nach welchen Kriterien geben Sie Verantwortlichkeiten an Ihre Mitarbeiter weiter? Wo sehen Sie beim Delegieren von Aufgaben Schwierigkeiten, wo Vorteile?
  • Ist Ihr Vertrauen in Ihre Mitarbeiter schon einmal enttäuscht worden? Was hat sich dadurch geändert?
  • Wenn Sie Ihren Mitarbeitern Arbeitsaufträge erteilen – was genau geben Sie ihnen vor, was zu tun ist? Können Sie dafür ein Beispiel nennen?
  • Welche Aspekte beachten Sie bei der Beurteilung Ihrer Mitarbeiter?
  • Wie steuern Sie Mitarbeiter, die offensichtlich andere Ziele verfolgen als die, die Sie wünschen?
  • Wieviel Kontrolle, wieviel Freiheit brauchen Ihre Mitarbeiter?

d. Motivationsfähigkeit

  • Wie wichtig ist Entgelt als Motivationsfaktor?
  • Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter? Wie motivieren Sie einen Mitarbeiter, der völlig unmotiviert ist?
  • Was ist Ihrer Meinung nach der wirkungsvollste Motivator im beruflichen Kontext?

5. Persönliche Kompetenzen

a. Leistungsbereitschaft

  • Wodurch motivieren Sie sich selbst in Ihrer Arbeit (beim Lernen)? In welchen Situationen fällt es Ihnen besonders schwer?
  • Welche sind Ihre persönlichen Zielvorstellungen für das nächste Jahr? Was tun Sie, um sie zu erreichen?
  • Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?

b. Durchsetzungsvermögen

  • In welchen Situationen ist gute Überzeugungskraft für Sie wichtig?
  • Wie überzeugen Sie Ihren Gesprächspartner von Ihrem Standpunkt?
  • Wie setzen Sie sich in schwierigen Situationen durch?

c. Lernverhalten

  • Was halten Sie vom Konzept des lebenslangen Lernens?
  • Wie bilden Sie sich persönlich weiter?
  • Welche Fortbildungsmaßnahmen haben Sie in der letzten Zeit besucht und zu welchen Veränderungen an Ihrem Arbeitsplatz haben diese geführt?
  • Welche Fortbildungsmaßnahmen würden Sie sich in Zukunft noch wünschen?

6. Persönliche Fragen

  • Wenn Sie sich jemandem beschreiben müssten, der Sie nicht kennt, wie würden Sie das tun?
  • Für welche Verhaltensweisen oder Bereiche erhalten Sie negative Rückmeldung? Wie gehen Sie damit um?
  • Worauf sind Sie in Ihrem Leben besonders stolz?
  • Welche Werte und Leitbilder prägen Sie? Mit welchen identifizieren Sie sich gar nicht?
  • Was würden Sie heute Ihrem 12-jährigen Ich raten?

7. Wechselmotivation

  • Warum wollen Sie sich verändern?
  • Warum wollen Sie gerade zu uns?
  • Was interessiert Sie gerade an dieser ausgeschriebenen Position in unserem Unternehmen?

8. Kenntnisstand über das Unternehmen

  • Was gefällt Ihnen besonders gut an unserem Unternehmen, wo sehen Sie Verbesserungspotenzial? [Vorsicht: Falle!]
  • Wie gefallen Ihnen unsere Produkte / Dienstleistungsangebote? Haben Sie Verbesserungsvorschläge? [Vorsicht: Falle!]
  • Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Markt, in dem wir uns bewegen?
  • Was genau erwarten Sie von Ihrer neuen Aufgabe hier im Unternehmen?
  • Welche Aufgaben interessieren Sie bei der zu besetzenden Position am meisten?
  • Welche Erwartungen haben Sie an das Unternehmen / Vorgesetzte / Kollegen / Mitarbeiter?
  • Wie würden Sie an Ihre neue Aufgabe in der ausgeschriebenen Position herangehen?

9. Freizeit

  • Was halten Sie von Work-Life-Balance? [Vorsicht: Falle!]
  • Wie gelingt es Ihnen, berufliche Anforderungen, Familie und Freizeit zu vereinbaren?

10. Zum Schluß

  • Sind noch Fragen offen geblieben?
  • Wie geht es Ihnen jetzt nach dem Gespräch?

SLG Eure Guðrún