Über 45? Warum Silverager ein Gewinn fürs Unternehmen sind

Die Wahrheit wird nicht ausgesprochen. Aber sie steht fühlbar im Raum.

„Sie sind uns zu alt.“ „Sie sind uns zu teuer.“ „Zu oft krank.“ „Nicht mehr belastbar.“ „Unangepasst.“ „Wissen Alles besser.“ „Gehen pünktlich heim.“ „Unaufgeschlossen.“ „Lernunwillig.“

Dahinter steht aber Folgendes:
Sie lassen sich nicht mehr unter Ihrem Wert bezahlen.
Sie lassen sich nicht mehr jeden Blödsinn einreden.
Sie haben eine eigene Meinung und stehen dazu.
Sie lassen sich nicht mehr ausnutzen.
Sie setzen Ihre Prioritäten besser.
Sie haben die Fähigkeit, andere zu überzeugen.

Meist ist die Altersfrage in Unternehmen ein Macht-Problem des narzisstischen Chefs.

Ältere bringen Statik, Erfahrung, Ausgleich und Ruhe ein. Junge bringen Energie, Enthusiasmus, Risikofreudigkeit und Unruhe ein. Keine Frage, es gibt Jobs, da ist mehr das Eine oder aber mehr das Andere gefragt. In Bereichen des Coachings, der Psychotherapie, des Rekrutings, der Beratung braucht es Erfahrung. In kreativen Berufen vielleicht die erfrischende Ideen und die Bereitschaft, auch extrem risikofreudig Neues zu wagen.

Ein Silverager bringt Beständigkeit mit, er hat die Zeit des Ausprobierens und der Fehlversuche schon hinter sich. Mehr als einen Pan B braucht es nicht. Mit seiner Erfahrung bringt er die nötige Ruhe und Gelassenheit ein. Das bringt dem Uternehmen eine gewisse Planungssicherheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Silverager nach 2 bis 3 Jahren das Unternehmen verlässt, ist sehr gering. Damit bleiben die Fluktuationskosten, die mitunter das Teuerste im Unternehmen sind, gering. Noch ein Pluspunkt. Silvereager sind meist bescheidener und dankbarer, ihre Sonderwünsche überschaubar, ihre Karriere haben sie im Allgemeinen hinter sich. Es geht ihnen meist mehr um eine sinnvolle Beschäftigung als um Geldverdienen, Statussymbole und Machtbefugnisse.

Als sinnvoll haben sich Kombinationen aus Älteren und Jüngeren erwiesen. Die klassischen Eigenschaften ergänzen sich symbiotisch und erzielen den größten Output für das Unternehmen. Ältere können wunderbare Mentoren sein und Jüngere mitausbilden. Erfahrene Arbeitnehmer teilen ihr Wissen oft sehr freigiebig und gerne mit anderen, davon profitieren die weniger Erfahrenen ungemein. Hier kommt das große Thema „Diversity“, das ja vielen Unternehmen sehr wichtig ist, ins Spiel. Eine hohe altersmäßige Durchmischung tut Teams erfahrungsgemäß sehr gut.

©docguwein

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